Annius von Viterbo und Ricardus von Westminster
Das wohl im 3. Jahrhundert entstandene lateinische Itinerarium Antonini, das Routen durch die römische Welt verzeichnet, wurde jahrhundertelang als Werk präsentiert, von dem drei Teile erhalten sind: das Itinerarium Provinciarum, das Itinerarium Maritimum und Fragmente. Letztere erweisen sich jedoch als Fälschung aus dem 15. Jahrhundert, mit denen Annius von Viterbo seine etruskische Heimat verherrlichen wollte. Auch weitere, im 18. Jahrhundert edierte Fragmente, die Neues zur römischen Vergangenheit Britanniens beitragen wollen, sind unecht.
Beide Fragmentgruppen und ihre Kontexte werden hier erstmals zweisprachig präsentiert. Sie belegen zwar keine historischen Tatsachen, aber sie veranschaulichen, welchen Einfluss das Itinerarium Antonini auf die gelehrte Phantasie ausübte und welche Folgen dies hatte.
Kai Brodersen:
Itinerarium Antonini Continuatum. Annius von Viterbo und Ricardus von Westminster. Zweisprachige Ausgabe (Opuscula 27), Speyer 2026
220 S., ISBN 978-3-911973-17-5
11 € in Vorbereitung