Traumdeutung

Jeder Mensch träumt, doch was bedeuten Träume? In seiner lateinischen Abhandlung über Traumdeutung diskutiert der Wittenberger Gelehrte Caspar Peucer (1525-1602) anhand antiker Traditionen, Überlegungen seines akademischen Lehrers und Schwiegervaters Philipp Melanchthon sowie zeitgenössischer medizinischer Erkenntnisse vier Traumarten: physische, vorbedeutende, göttliche und teuflische Träume. In einem Umfeld, in dem die Reformation die Bibel (mit den Traumerzählungen des Alten Testaments) ins Zentrum stellte, sich Schwärmer und Wiedertäufer der Mantik bedienten und volkssprachige Bücher zur Traumdeutung kursierten, erklärt Peucer, wie Träume im Gehirn entstehen und weshalb allein die sehr seltenen göttlichen Träume einen Wert für die Zukunftsvorhersage haben. Peucers Werk war wegen seines systematischen Ansatzes später für den einflussreichen Psychologen C. G. Jung von großem Interesse.

Der vorliegende Band bietet erstmals eine zweisprachige Ausgabe von Peucers und Melanchthons Abhandlungen. Er ist dem Erforscher des antiken Traumwesens, Gregor Weber, zum 65. Geburtstag gewidmet.

Kai Brodersen:
Caspar Peucer: De divinatione ex somniis (Traumdeutung). Zweisprachige Ausgabe.
Opuscula 28, Speyer: KDV 2026, ISBN 978-3-911973-22-9, 176 Seiten mit 9 Abb., kartoniert, 9 €

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